ENWG-Novelle: Biomethan als Schlüsselelement im dekarbonisierten Energiesystem verankern

Biogasanlage mit Biomethanaufbereitung
Copyright: Peter Eichler / DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT
23.04.2026

Der Bun­des­tag be­fasst sich heu­te in ers­ter Le­sung mit der No­vel­le des Ener­gie­wirt­schafts­ge­set­zes (EnWG). Mit ihr setzt die Bun­des­re­gie­rung das EU-Gas­bin­nen­markt­pa­ket in na­ti­o­na­les Recht um und stellt wich­ti­ge Wei­chen für die Zu­kunft der Gas­net­ze. Die Bio­methan Task­force be­grüßt, dass da­mit eine Pers­pek­ti­ve für die In­fra­struk­tur ge­schaf­fen wird – sieht aber beim Hoch­lauf von Bio­methan wei­ter­hin er­heb­li­chen Nach­bes­se­rungs­be­darf.

Mit der EnWG-No­vel­le wird der Rah­men für die Trans­for­ma­tion der Gas­net­ze in Deutsch­land wei­ter­ent­wi­ckelt. Die stär­ke­re In­te­gra­tion von Was­ser­stoff und die grund­sätz­li­che Pers­pek­ti­ve für die be­ste­hen­de In­fra­struk­tur sind wich­ti­ge Sig­na­le für die Bran­che.

Da­mit rückt nun stär­ker in den Fo­kus, wie die­se In­fra­struk­tur künf­tig ge­nutzt wird. Bio­methan kann hier ei­nen zen­tra­len Bei­trag leis­ten: als er­neu­er­ba­rer Ener­gie­trä­ger für Kli­ma­schutz, Ver­sor­gungs­si­cher­heit und Re­si­lienz. Gleich­zei­tig stärkt Bio­methan als in Deutsch­land pro­du­zier­ter Ener­gie­trä­ger die hei­mi­sche Wert­schöp­fung und re­du­ziert Im­port­ab­hän­gig­kei­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund ist klar: Der Hoch­lauf von Bio­methan braucht ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen. Hier sieht Bengt Bergt, Spre­cher der Bio­methan Task­force, wei­te­ren Hand­lungs­be­darf: „Mit der EnWG-No­vel­le wird die In­fra­struk­tur wei­ter­ge­dacht – aber die Fra­ge, wie sie künf­tig ge­nutzt wird, ist noch nicht aus­rei­chend be­ant­wor­tet.“

Zen­tra­ler Knack­punkt ist die Aus­ge­stal­tung des Netz­zu­gangs für Bio­methan-An­la­gen. Die ak­tu­ell vor­ge­se­he­nen Fris­ten von zehn Jah­ren bie­ten kei­ne aus­rei­chen­de Grund­la­ge für In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen. „Kaum ein Pro­jekt im Be­reich der Ener­gie­in­fra­struk­tur wird auf we­ni­ger als 20 Jah­re kal­ku­liert. Ohne lang­fris­ti­ge Pla­nungs­si­cher­heit wird der not­wen­di­ge Hoch­lauf von Bio­methan nicht statt­fin­den“, so Bergt wei­ter.

Ne­ben den Fra­gen des Netz­zu­gangs feh­len zu­dem wei­ter­hin zen­tra­le Grund­la­gen für einen funk­ti­o­nie­ren­den Bio­methan-Markt. Da­zu zäh­len ins­be­son­de­re ein ver­läss­li­ches Sys­tem für Her­kunfts­nach­wei­se so­wie ein funk­ti­o­nie­ren­des Bio­methan-Re­gis­ter, das Trans­pa­renz und Han­del­bar­keit si­cher­stellt. Bergt: „Wer den Ein­satz grü­ner Gase po­li­tisch vo­ran­treibt, muss auch si­cher­stel­len, dass die­se Ga­se in die In­fra­struk­tur in­te­griert wer­den kön­nen. Das EnWG legt da­für die Grund­la­ge – jetzt kommt es da­rauf an, die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen für den Hoch­lauf von Bio­methan zu set­zen.“

Auch im eu­ro­pä­i­schen Kon­text zeigt sich, dass Bio­methan zu­neh­mend an Be­deu­tung ge­winnt. Die Eu­ro­pä­i­sche Kom­mis­sion und vie­le Mit­glied­staa­ten set­zen auf den Aus­bau hei­mi­scher Pro­duk­tion als Bei­trag zu Kli­ma­schutz und Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Deutsch­land soll­te die­se Ent­wick­lung ak­tiv mit­ge­stal­ten und die not­wen­di­gen Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen. Die Bio­methan Task­force for­dert da­her, den be­ste­hen­den Rah­men ge­zielt wei­ter­zu­ent­wi­ckeln: mit lang­fris­ti­gen Netz­zu­gangs­pers­pek­ti­ven, in­ves­ti­tions­freund­li­chen Re­ge­lun­gen und den not­wen­di­gen markt­li­chen Ins­tru­men­ten für einen funk­ti­o­nie­ren­den Hoch­lauf.

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