Integration von Biomethan: Gutachtliche Stellungnahme zur Umsetzung der EU-Gas-RL im deutschen Energiewirtschaftsgesetz

Biogas-Fermenter
10.11.2025

Ein im Ja­nu­ar ver­öf­fent­lich­tes Rechts­gut­ach­ten kommt zum Schluss, dass der ak­tu­el­le An­satz zur Um­set­zung der EU-Gas­bin­nen­markt­richt­li­nie (EU-Gas-RL) in deut­sches Recht die eu­ro­pä­i­schen An­for­de­run­gen zwar er­füllt, in meh­re­ren Punk­ten aber Nach­bes­se­rungs­be­darf be­ste­he. Be­auf­tragt wur­de die Un­ter­su­chung un­ter an­de­rem von BIOGEEN, Mit­glied der Bio­methan Taskforce, wo­mit bran­chen­sei­ti­ge Pers­pek­ti­ven ge­zielt in die Be­wer­tung ein­ge­bracht wer­den.

Die EU-Gas-RL schafft den über­ge­ord­ne­ten Rah­men für die De­kar­bo­ni­sie­rung der Märk­te für Erd­gas und Was­ser­stoff. Im Fo­kus ste­hen re­gu­la­to­ri­sche Wei­chen­stel­lun­gen für Netz­zu­gang, Markt­or­ga­ni­sa­tion und In­fra­struk­tur­ent­wick­lung – Fak­to­ren, die für den Hoch­lauf von Bio­methan stra­te­gi­sche Re­le­vanz be­sit­zen. Für Deutsch­land er­gibt sich aus der EU-Gas-RL die Ver­pflich­tung, das Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz (EnWG) – als zen­tra­le Grund­la­ge des Rechts für lei­tungs­ge­bun­de­ne Ener­gie – so an­zu­pas­sen, dass eu­ro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben wirk­sam um­ge­setzt wer­den und Rechts­un­si­cher­hei­ten be­zie­hungs­wei­se mög­li­che Scha­dens­er­satz­ri­si­ken ver­mie­den wer­den.

Die Ana­ly­se kommt zu dem Schluss, dass ins­be­son­de­re bei der Aus­ge­stal­tung dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Netz­­zu­­gangs­­re­­ge­­lun­­gen so­wie bei Trans­pa­renz- und Stan­dar­di­sie­rungs­pflich­ten Ri­si­ken zu­sätz­li­cher Kom­ple­xi­tät be­ste­hen. Un­ein­heit­li­che Ver­fah­ren könn­ten In­ves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen ver­zö­gern und die In­te­gra­tion er­neu­er­ba­rer Ga­se in be­ste­hen­de Struk­tu­ren brem­sen. Ent­spre­chend kommt einer kla­ren re­gu­la­to­ri­schen Rah­men­set­zung zen­tra­le Be­deu­tung zu.

Vor die­sem Hin­ter­grund hebt das Gut­ach­ten her­vor, dass Fra­gen der Kos­ten­zu­wei­sung für Netz­an­schlüs­se und -an­pas­sun­gen eine Schlüs­sel­rol­le spie­len. Ohne ver­läss­li­che Me­cha­nis­men könn­ten wirt­schaft­li­che Hür­den ent­ste­hen, die ins­be­son­de­re klei­ne­re Markt­ak­teu­re be­las­ten. Auch Governance-As­pek­te rund um Da­ten­zu­gang und Markt­kom­mu­ni­ka­tion wer­den als re­le­vant ein­ge­stuft, da sie die Markt­in­te­gra­tion neuer Ga­se un­mit­tel­bar be­ein­flus­sen.

Die re­gu­la­to­ri­sche De­tail­aus­ge­stal­tung blei­be ein ent­schei­den­der He­bel für Ska­lie­rung und Markt­durch­drin­gung. Gleich­zei­tig bö­ten of­fe­ne Punk­te im Ge­setz­ge­bungs­pro­zess wich­ti­ge Re­so­nanz­räu­me für pra­xis­na­he Pers­pek­ti­ven und für den Dia­log mit po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern.

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